Büro- und Laborbau für das Institut für Medizinische Mikrobiologie
Universität Zürich
Gloriastrasse 28, 8006 Zürich

Standort

Bauaufgabe

Das Institut für medizinische Mikrobiologie der Uni­versität Zürich nutzt heute die Gebäude im Gloria­rank oberhalb des Universitätsspitals Zürich. Das En­semble besteht aus dem Fietzbau, erstellt Anfang des 20. Jahrhunderts an der Gloriastrasse 32 und dem Giacomettibau aus den 1960er Jahren an der Gloriastrasse 30. Aufgrund baulicher Mängel wird ­die Gebäudeversicherung des Kanton Zürich Ende 2017 die Betriebsbewilligung für den Fietzbau auf­heben. Mit dem Neubau für Büros und Labore wird die betriebli­che und funktionale Einheit des Institutes an diesem Standort aufrechterhalten. Die hier erbrach­ten diagnostischen Dienste bedingen die Nähe zum Universitätsspital. Im angrenzenden Giacomettibau werden die Forschungslabore untergebracht. Der Fietzbau wird abschliessend rückgebaut.

Situation

Architektur

Der Laborbau wird eine prominente Stelle im Stadtbild an der Gloriastrasse einnehmen. Um das Gebäude im städtebaulichen Gefüge angemessen einzupassen, wird die bestehende Geometrie und Ausrichtung der umgebenden Bebauungsstruktur übernommen. Zur Anpas­sung an den Perimeter auf dem Parkplatz Gloria­strasse werden an einem Er­schliessungskern zwei Nutzungsmodule positioniert. Mit dem Rücksprung des südöstlichen Gebäudetei­les wird die Betonung der Parzellenecke entschärft und die Prominenz
des Gebäudes reduziert.
Das Gebäude sitzt auf einem zweigeschossigen Sockel, der vom Parkplatz und dem höher gelegenen Weg zum Giacomettibau erschlossen wird. Die darüber liegenden drei Obergeschosse werden in Holzelementbauweise erstellt. Mit dem modularen Aufbau der Nutzungs- und Funktionseinheiten mit einem Ba­sisraster von 1.2 m wird eine Reduktion der Nutzflächen auf ein Minimum und eine kurze Bauzeit erzielt.
Die heutige Eingangssituation des kommunalen Schutzob­jektes des Giacomettibaus bleibt erhalten, die räum­liche Komposition zusammen mit der Basaltplastik von Ödön Koch wird besonders gewürdigt.

 

Büro- und Laborbau für das Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universität Zürich, Gloriastrasse 28, 8006 Zürich / ©Andrea Helbling, Arazebra, Atelier für Fotografie, Zürich

Nachhaltigkeit

Das Konzept der Gebäudetechnik folgt dem Grundsatz der «nicht installierten Flexibilität». Die Nachinstallation eines benötigten Mediums ist - wie auch der Um- oder Ausbau
einzel­ner Zonen - jederzeit einfach und ohne gravierende Störung des Betriebs durch geplantes Freihalten der Installationstrassen möglich. Das System ist in ho­hem Grade nachhaltig, generiert es doch eine nut­zungsneutrale Raumstruktur, die auch veränderten Nutzungsansprüchen angepasst werden kann.
Die Gebäudehülle besteht aus einer hinterlüfteten Glasfassade mit integrierten Photovoltaikmodulen. Aufgrund des Wirkungsgrades der eingesetzten Dünnschichtmodule können alle Fassadenseiten zur Stromerzeugung herangezogen werden. Die so generierte Leistung wird zum Eigengebrauch verwendet.

Meilenstein 
Spatenstich    
Mai 2016
Fertigstellung RohbauNovember 2016
BezugJuni 2017