bisherige Ausstellungen 2016

Fokus Irchelpark

Instandsetzung Irchelweiher und Kunst im Park

Die Ausstellung war bis Ende Oktober 2016

Mit einer Volksabstimmung wurde 1971 das Gesetz über eine Teilverlegung der Universität auf das ehemalige «Strickhof-Areal» beim Milchbuck angenommen. Damit verbunden war die Erstellung einer öffentlichen Grünfläche von mindestens 15 Hektaren. Was wir heute als «Irchelpark» kennen, ist das Ergebnis eines Gestaltungswettbewerbs aus dem Jahre 1978. Das Konzept der beiden Gewinner-Teams Atelier Stern und Partner (östliche Parkhälfte mit den Universitätsbauten) und Eduard Neuenschwander (westliche Parkhälfte mit den Irchelweihern) wurde 1983 – 86 umgesetzt.

Mittelpunkt der westlichen Parkhälfte ist der Grossweiher mit hölzernem Steg, angrenzenden Wiesen und einem Spielbereich. Der «Reflecting-Pool» im Osten bildet den Übergang zur grossen Treppenanlage als Hauptzugang zur Universität.

Die östliche Parkhälfte wird durch die modulare Anordnung der Universitätsgebäude mit charakteristischer Architektursprache geprägt (Richtplanung ab 1966 durch Architekt Max Ziegler). Die zentrale Fussgänger-Hauptachse und die Gestaltung der Innenhöfe sind wichtig für die Einbettung der Gebäude in die Parklandschaft. In diesen Zwischenbereichen konnten mit den verschiedenen Bauetappen nach und nach Kunst-am-Bau-Werke von Künstlern wie Albert Cinelli, Florin Granwehr, Wolfgang Häckel, Gottfried Honegger und Roland Hotz u.a. realisiert werden.

Mit der 1. Bauetappe der Universität Zürich Irchel wurde der Irchelpark 2013 in das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte der Stadt Zürich aufgenommen. Sein Konzept «wurzelt ideell in der Umweltbewegung der 1970er Jahre, stellt eine virtuose Collage pittoresker Landschaftselemente dar (extensive Wiesen-, Wald-, Auenlandschaft etc.) und versteht sich als Fortsetzung des Zürichbergwaldes in das Stadtgebiet. (…) Als Ikone der Naturgartenbewegung wurde der Irchel-Park bewusst ‹unfertig› gestaltet. Die Natur soll ihn erobern und weitergestalten, die Sukzession ist Programm.» ¹

Dr. Matthias Haag, Kantonsbaumeister 

¹ Inventarergänzung I Bauten, Gärten und Anlagen 1960 bis 1980 I Stadt Zürich 2013

Irchelweiher  l  Foto: Andrea Helbling Arazebra Zürich


Fotos:
Mark Röthlisberger Baudirektion Kanton Zürich, Hochbauamt
Andrea Helbling, Arazebra, Zürich
Andreas Lanz, ASP Landschaftsarchitekten AG, Zürich
Hannes Henz Architekturfotograf, Zürich
 

Situation

Instandsetzung Irchelweiher

Irchelweiher  l  Foto: Andrea Helbling Arazebra Zürich

Die Uferbereiche des Grossweihers und des «Reflecting-Pool» sind seit jeher für eine breite Bevölkerung besondere Anziehungspunkte im Irchelpark. Ursprünglich bis zum Wasserspiegel begrünt, trat hier nach gut 30-jähriger Nutzung zunehmend die See-Abdichtung in Asphalt unschön zu Tage.

In ihrer Art als «Kunstteiche» mit geringer Tiefe angelegt, weisen die Irchelweiher eine eher begrenzte faunistische Artenvielfalt auf. So ist der Lebensraum für einige Fischarten nicht ideal. Untersuchungen zur Wasserqualität lieferten jedoch einen soliden Gesamteindruck von wenig belasteten Gewässern. Fischarten wie Karpfen, Schleien oder Brachsen wühlen bei ihrer Nahrungssuche den Schlamm auf, was zu einer sichtbaren Trübung des Wassers führt. Da breitere Flachwasser- und Verlandungszonen sowie Schwimmblattpflanzen generell fehlen, ist das Artenspektrum von Libellen und übrigen Wasserinsekten eher gering. Mit gezielten Bepflanzungen wird hier eine Strukturbereicherungangestrebt.

Mit der Instandsetzung sind die Uferzonen gleich mehrfach aufgewertet worden. Stabile, magere Kiesflächen sorgen für eine ästhetische und ökologische Verbesserung. Die flacher angelegten Ufer entsprechen zudem den aktuellen Empfehlungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung und sind damit auch für die Nutzung durch Kleinkinder geeignet.

Die Natur wird den Irchelpark auch zukünftig erobern und weitergestalten. Die dadurch erhöhten Anforderungen an die Pflege wurden in einem neuen Unterhaltskonzept festgehalten. Damit wird die Qualität der Irchelweiher langfristig sicher gestellt.

Werner Arnold, Hochbauamt Baubereich 2

Instandsetzung Uferbereiche

Irchelweiher l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

Instandsetzung Spielplatz

Irchelweiher  l  Foto: Andrea Helbling Arazebra Zürich

Vielfalt – Kunst im Park

«Raumwandler» Florin Granwehr  l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

Der Bedeutung und Grösse des Neubaus des Irchel Campus entsprechend, wurde 1977 – nach einer dreijährigen Vorbereitungszeit – ein öffentlicher, zweistufiger Wettbewerb für Kunst am Bau ausgeschrieben.

Für den schweizweit ausgeschriebenen Wettbewerb bewarben sich über 800 Künstlerinnen und Künstler. Für die 23 Kunstperimeter wurden 512 Projekteeingereicht, aus denen die Jury 1979 schliesslich 68 zur Weiterbearbeitung empfahl. Ab 1980 wurden 21 Kunstwerke im Innen- und Aussenraum des Irchel Campus realisiert. Dieses mehrjährige Projekt konnte 1986 – zehn Jahre nach Beginn der ersten Abklärungen – abgeschlossen werden und gilt mit über 500 teilnehmenden Kunstschaffenden, einer 20-köpfigen Jury und einem Gesamtkredit von 2 Millionen Franken als der bisher grösste öffentliche Wettbewerb der Schweiz.

Die Ausschreibung erbrachte eine für diese Zeit entsprechende Pluralität der Werke. Einige Projekte basierten nicht auf traditionellen Materialien und erprobten Arbeitsweisen, sondern sind Prototypen mit damals neuen und erstmals in dieser Form verwendeten Materialien. Die für die späteren Bauetappen in kleineren Wettbewerben ausgeschriebenen oder im Direktauftrag erschaffenen Kunst am Bau Werke orientieren sich an der schon im Programm von 1977 formulierten Idee, Kunst und Wissenschaft zueinander zu bringen und «… Künstler verschiedenster Tendenzen zu ideenreichen, eher zukunfts- als vergangenheitsorientierten Gestaltungsbeiträgen anzuregen …»

Das Resultat ist eindrücklich. Die im Irchel Campus platzierten Kunstwerke sind Wahrzeichen und begehbare Kunstgeschichte.

Tanja Scartazzini, Fachstelle Kunst am Bau

«Sonnennadeln» Albert Cinelli

«Sonnennadeln» Albert Cinelli  l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

«Bruder Sonne, Schwester Mond» Roland Hotz

«Bruder Sonne, Schwester Mond» Roland Hotz  l  Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

«Raumwandler» Florin Granwehr

«Raumwandler» Florin Granwehr  l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

«Sturm» Wolfgang Häckel

«Sturm» Wolfgang Häckel  l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

«Gegentreppe» Rolf Naghel

«Gegentreppe» Rolf Naghel  l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

«Unterwasserteleskop» Hans Knuchel

«Unterwasserteleskop» Hans Knuchel  l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

«Fliegende Zeichnung» Al Meier

«Fliegende Zeichnung» Al Meier  l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger

«Organische Spur» Roland Hotz

«Organische Spur» Roland Hotz  l  Foto: Hannes Henz

«Blauer Platz» Gottfried Honegger

«Blauer Patz» Gottfried Honegger  l  Foto: Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger