bisherige Ausstellungen 2016

Fokus Architektur-Wettbewerbe

Der Wettbewerb hat im Bauwesen eine bis in die Renaissance zurück reichendeTradition. Mit dem Inkrafttreten des WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen im Jahr 1994 erhielt er ein neues Gewicht. Für das Hochbauamt ist der Wettbewerb ein wichtiges Instrument zur Vergabe von Planungsaufträgen. Er ermöglicht die Auswahl des besten Projektes aus einer Vielzahl von Wettbewerbseingaben.

Bereits im 16. Jahrhundert fanden in Italien wettbewerbsähnliche Konkurrenzen für wichtige,vor allem kirchliche Bauten statt. Die erste Wettbewerbsordnung in der Schweiz wurde 1877vom Schweizerischen Ingenieur‑ und Architektenverein (SIA) veröffentlicht, in einer Zeit, als im jungen Bundesstaat viele öffentliche Bauten neu erstellt werden mussten. Auch der Kanton Zürich führte für wichtige Bauten Wettbewerbe durch. Als Beispiele seien hier das Kollegiengebäudeder Universität Zürich (1908, Curjel & Moser) oder die kantonale Zentralverwaltungan der Walche (1927, Gebrüder Pfister) genannt. 1994 trat das WTO‑Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen in Kraft. Seither ist der Kanton verpflichtet, seine grösseren Planungsaufträge nach den Grundsätzendes wirksamen Wettbewerbs, der Transparenz, der Gleichbehandlung aller Anbietenden und der wirtschaftlichen Verwendung öffentlicher Mittel öffentlich auszuschreiben. Damit erhielt der Wettbewerb als Vergabeverfahren für die öffentliche Hand ein neues Gewicht. Ein Wettbewerb ist für alle Beteiligten mit Aufwand verbunden. Das Hochbauamt hat die Ausschreibungsunterlagen, ein Raumprogramm und weitere Rahmenbedingungen zu formulieren und mit den Nutzern zu bereinigen. Anschliessend zeichnen die Teilnehmenden Pläne und bauen Modelle. Schliesslich wird juriert, ein Bericht geschrieben und es findet eine Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten statt. Das kostet die künftigen Nutzer und das Hochbauamt Zeit, den Kanton Geld und die Teilnehmenden leisten unzählige Stunden an Gratisarbeit. Der Wettbewerb bietet uns aber eine einmalige Chance: Die Vielzahl von Wettbewerbseingaben zeigt auf, wie sich abstrakt formulierte Anforderungen auf sehr unterschiedliche Weise in konkrete Bauprojekte umsetzen lassen. Gebäudenutzer und Baufachleute können zusammen Vor‑ und Nachteile verschiedener Projektvorschläge diskutieren und gegeneinander abwägen. Der gemeinsame Entscheid für das geeignetste Projekt ist ein entscheidender Meilenstein in der Entwicklung eines Bauprojekts.

Der Wettbewerb ist ein Vergabeverfahren mit Zukunft!

Dr. Matthias Haag, Kantonsbaumeister

 

Wettbewerb, Planerwahlverfahren, Leistungsofferte
Das Hochbauamt setzt den Projektwettbewerb überall dort als Vergabeverfahren ein, wo für eine Planungsaufgabe mit im Voraus ausreichend bestimmten Rahmenbedingungen das beste Projekt gesucht wird. Anders geartete Planungsaufträge werden mittels Planerwahlverfahren oder Leistungsofferten vergeben.

54 Wettbewerbe in 22 Jahren
Seit 1994 führte das Hochbauamt Kanton Zürich insgesamt 54 Wettbewerbsverfahren durch. Diese Ausstellung zeigt eine Auswahl von sieben Wettbewerben für Bauten mit unterschiedlichsten Funktionen und Bauvolumen. Dem Immobilienportfolio des Kantons entsprechend liegen die Wettbewerbsobjekte schwerpunktmässig in den Städten Zürich und Winterthur. Aber auch in ländlichen Gebieten verfügt der Kanton Zürich über Institutionen und Anlagen, die bauliche Erweiterungen oder Neubauten benötigen. Entsprechend unterschiedlich präsentieren sich die jeweiligen funktionalen und ortsbaulichen Fragestellungen.

Regeln des Wettbewerbs
Die Wettbewerbsverfahren des Hochbauamtes entsprechen weitestmöglich der SIA-Wettbewerbsordnung 142. Damit haben die Teilnehmenden die Gewähr, dass die Verfahren nach anerkannten Regeln der Fachwelt durchgeführt und ihre Arbeiten fair beurteilt werden. Wettbewerbe werden grundsätzlich anonym durchgeführt; bei der Beurteilung soll das Projekt und nicht der Name der Verfassenden im Vordergrund stehen. Die Beurteilungskriterien werden im Wettbewerbsprogramm festgehalten und sind allen Teilnehmenden bekannt. Sie beinhalten in jedem Fall die Aspekte Städtebau/Architektur, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit. «Gute Architektur» allein reicht nicht für den Gewinn eines Wettbewerbs; Siegerprojekte müssen den betrieblichen Anforderungen möglichst optimal entsprechen und wirtschaftlich zu realisieren sein.

Christoph Hänseler
Barbara Toussas
Johannes Wunderlin

Fachstelle Planerwahl/Wettbewerb
www.hochbauamt.zh.ch, Ausschreibung von Planungsaufträgen

 

Obergericht des Kantons Zürich / Erweiterung und Umstrukturierung

Kantonsschule Uster / Neubau

Psychiatriezentrum Rheinau / Umbau und Sanierung Gebäude 80/82

 

 

 

 

 

 

Stampfenbachstrasse 30, Zürich / Ersatzneubau Bürogebäude

 

 

 

 

 

Kantonsspital Winterthur / Ersatzneubau Hochhaus

Bezirksanlage Winterthur / Erweiterung

Sportzentrum Kerenzerberg / Erweiterung und Anpassungen